| 17.09.2011 um 19:17:34
Wenn dir einer eine Ohrfeige gibt, dann halte ihm auch die andere Backe hin. Und wenn er deinen Bruder umbringt, dann verzeihe ihm. Finde ich aus einer moralischen und psychologischen Sicht sehr fortschrittliche Gedanken, denn es hilft dem Individuum sich aus der Spirale der Gewalt zu lösen und sich mit der Sache abzufinden.
Es stellt sich mir nur die Frage, wie die Gesellschaft drauf reagieren soll. Soll man Diebe und Mörder wirklich ungestraft davon kommen lassen? Es geht nicht um Rache, sondern um ein Rechtssystem, das Anreize für "unmoralisches" Verhalten vermeidet.
Meines Wissens hat Jesus nirgends im Neuen Testament gesagt, wie mit Straftätern auf gesellschaftlicher Ebene umzugehen ist (das hätte ihm auch einigen Ärger eingebrockt), sondern er hat sich darauf beschränkt zu betonen, dass er die Gesetze des alten Testaments (also die Gebote und andere Richtlinien) nicht aufheben will - höchstens vielleicht etwas anders priorisieren.
Daher dürfte es schwierig sein allein auf Basis des neuen Testaments das Strafmass beispielsweise für einen Diebstahl zu bestimmen.
Oder gehe ich fehl in der Annahme, dass Diebstahl bestraft werden soll? Müssten in einem Christlichen Land wirklich alle Gefängnisse abgebrochen werden? (Es würden ja eh nur Heiden drin sitzen, aber denen soll man ja genauso verzeihen wie sich selbst, oder ;?
Ich denke dieser doch sehr spezielle Umstand, also dass Jesus sich nicht mit juristischen Haarspaltereien abgeben musste, in denen sich die meisten anderen Glaubensstifter dann oft doch noch als Sadisten entpuppten, dem geschuldet ist, dass das Ende der Welt kurz bevorstand. Aus der Sicht der Zeitzeugen war es nur eine Frage von "Monaten". Ich meine, wenn morgen ein Killerkomet auf die Erde donnert, würdet ihr wirklich noch über Straftäter Gericht halten wollen oder lieber einfach Frieden mit euch und allen anderen machen?
19.08.2011 um 22:20:35
Wer schrieb die Bibel?
Ich habe mal gelesen, dass die Evolutiontheorie Teufelswerk sei. Das gleich habe ich auch schon über den Koran gehört. Es sieht also so aus, dass wenn der Teufel was schreibt, es offenbar Sinn zu machen scheint. Zumindest für viele. Aber nicht alle. Eigentlich exakt so viele, dass diese mit denen, die es nicht überzeugt, sich maximal in die Haare kriegen können. Denn wären es zu wenige, würde man es vergessen, wären es zu viele, würde es alle überzeugen, irgendwo dazwischen steckt das Potential für Blutbäder.
Seltsamerweise scheint die Bibel nur 2 von 7 Milliarden Menschen zu überzeugen, womit es exakt irgendwo dazwischen wäre.
25.05.2011 um 00:00:42
Towel Day
Der 25. Mai ist der Towel Day.
Ein Handtuch ist an diesem Tag für jeden Adamsianer Pflicht!
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26.03.2011 um 00:12:11
Umgekehrter Pascal
Wenn ich hirngewaschen bin, habe ich dann noch einen Freien Willen? Denn ich bin ja dann nicht mehr der Herr meiner Gedanken und kann nicht wirklich entscheiden. Also kann man mir meine Blödheiten nicht übelnehmen und ich habe freie Fahrt ins Himmelreich. Wenn aber die Christen hirngewaschen sind, dann ist es offenbar dieser Waschgang, der ihnen den Freien Willen gibt, weil dieser ja sonst eigentlich gar nicht existiert. Da man aber mit dem Freien Willen stets das Risiko mit sich trägt, die falsche Abzweigung zu nehmen, ist es vielleicht sicherer, die Hirnwäsche und damit auch den Freien Willen zurückzugeben und auf Nummer sicher gen Himmel zu trampen.
18.03.2011 um 10:57:11
Die Qual der Wahl
Ich frage mich, wie lange ein Wähler durchschnittlich braucht um sich bei einem politischen Thema für die eine oder andere Seite zu entscheiden? Oft sind die Fragestellungen komplex und die Konsequenzen kaum abschätzbar. Ich tippe auf unter 30 Sekunden.
Seltsamerweise – und dessen bin ich mir völlig im klaren – würde in den allermeisten Fällen aber auch ein langes Grübeln zu nicht zu einem anderen Ergebnis führen.
Entsprechend wäre ich auch bereit darauf zu wetten, dass nur ein mikroskopisch kleiner Teil später im Verlauf der Diskussion seine Meinung wieder ändert. Und wenn er das doch tut, dann weil das ursprüngliche Leitmotiv durch ein anderes ersetzt wurde.
06.03.2011 um 02:11:34
all our potential
"We were hunters and foragers, the frontier was everywhere. We were bounded only by the earth and the ocean and the sky. The open road still softly calls our little tarraquest globe is the madhouse of those hundred, thousand, millions of worlds. We who cannot even put our own planetary home in order, riven with rivalries and hatreds; are we to venture out into space? By the time we are ready to settle even the nearest other planetary systems, we will have changed. The simple passage of so many generations will have changed us. Necessity will have changed us. We’re an adaptable species. It will not be we who reach Alpha Centauri and the other nearby stars, it will be a species very like us, but with more of our strengths and fewer of our weaknesses. More confident, far seeing, capable, and prudent. For all our failings, despite our limitations and fallibilities, We Humans are Capable of Greatness. What new wonders undreamt of in our time will we have wrought in another generation and another? How far will our nomadic species have wandered by the end of the next century and the next millennium? Our remote descendants safely arrayed on many worlds through the solar system and beyond, will be unified. By their common heritage, by their regard for their home planet, and by the knowledge that whatever other life may be, the only humans in all the universe, come from Earth. They will gaze up and strain to find the Blue Dot in their skies. They will marvel at how vulnerable the repository of all our potential once was. How perilous our infancy. How humble our beginnings. How many rivers we had to cross before we found our way."
aus "Pale Blue Dot" von Carl Sagan
22.02.2011 um 23:31:17
Polit - Bingo
Wenn sich am Horizont eine neue Abstimmung abzeichnet, heisst es Prognosen zu stellen über die Position der Parteien und deren Argumente. Die Position ist in der Regel schnell prophezeit, interessanter ist indessen die Bresche, in die sie mit ihren Kampagnen schlagen werden.
Die Pauschalbesteuerung von Ausländern könnte für die SVP eine Herausforderung werden. Wie kann man sich für die ureigensten Werte der Schweiz stark machen, wenn man die fremden Vögte statt zu erschiessen auf Rosen bettet?
Auch in Sachen Transparenz erwarte ich von der SVP eine populistische Meisterleistung. Insbesondere wenn auch die Partei- und Werbefinanzierung mit in den Blickwinkel der Abstimmung gerät.
03.02.2011 um 18:29:10
Das Geheimnis der Heilung
Auf 3sat lief kürzlich die Doku „Das Geheimnis der Heilung“, die anders als der Untertitel „Wie altes Wissen die Medizin verändert“ womöglich hätte erwarten lassen können, eigentlich gar nicht so schlecht war. Statt irgendwelche esoterischen Erklärungsmodelle zu propagieren wurde einfach von mentalen Bildern gesprochen, die den Patienten bei der Genesung halfen. Welche Methode zur Erzeugung dieser Bilder verwendet wurde, war dabei eher sekundär. Völlig zurecht will ich meinen.
Etwas sorgen machte mir hingegen, dass diese Bilder und deren positive Wirkung als den Naturwissenschaften völlig widersprechend erklärt wurden. Das ist etwas zu dick aufgetragen. Diese positiven Effekte werden von den Wissenschaften durchaus wahrgenommen, anerkannt und auch untersucht. Und obgleich hier ohne Zweifel noch vieles unklar ist, heisst das nicht, dass sich diese Phänomene nie werden erklären lassen. Tatsächlich wurden im Film selbst ein paar durchaus vielversprechende Ansätze präsentiert, jedoch leider ohne die entsprechenden Schlussfolgerungen draus zu ziehen.
In die gleiche Richtung geht das Versäumnis zu erklären, dass Heilungschancen immer nur eine gewisse Prozentangabe ist. 100% und 0% gibt es nicht. Es gehört nun mal dazu, dass ab und zu einer etwas tödliches überlebt und dass ein Krebs spontan verschwindet. Auf diesen Fällen rumzureiten und dabei angewendeten Behandlungen dann als die Heilsbringenden zu interpretieren, ist streng betrachtet problematisch.
Am heikelste fand ich aber, dass die vorsichtige Distanz zu esoterischen Erklärungen nicht thematisiert wurde. Für einen "ungeübten" Zuschauer wird die Differenz zwischen der Verwendung von Schamanismus in der Therapie und der Richtigkeit der schamanischen Metaphysik, wenn man es so ausdrücken will, nicht deutlich. In krasse esoterische Praktiken wurde gar nicht eingetaucht, doch merkt das der Zuschauer nicht und daher bleiben sie für ihn plausible Alternativen zu den hier vorgestellten Methoden. Es ist der Effekt der Methode, der beim Patienten heilend wirkt, und nicht die Methode selbst.
Unter dem Strich also nichts Neues. Dass Empathie die Heilung fördert, wurde ja nie bezweifelt.
Es wurden noch zwei weitere Aspekte zu erwähnen vergessen: 1) Was hier als Rückkehr zu uralten heilenden Methoden gepriesen wird, die durchaus Erfolge zu verbuchen haben, hat damals in 98% der Fälle den Patienten nicht vor dem Tod bewahrt, weil dies auch heute noch nur Aspirin zu leisten vermag. Der Trick von Hannemann und seiner Homöopathie bestand darin, lieber nichts zu tun als die Leute ins Krankenhaus zu schicken, welches mit seinen hygienischen Standards damals einem verbrieften Todesurteil gleichkam. Und 2) wieviel diese uralten empathischen Heilmethoden kosten, denn schliesslich muss sich ja jemand die kostbare Zeit nehmen.
30.01.2011 um 20:07:27
Ressourcenmanagement
Wenn man sich das anschaut, fragt man sich schon, ob Gott nicht ein bisschen viel Zeit mit den Sternen verplempert hat, die er besser für die Krönung der Schöpfung hätte einsetzen können um ihnen zumindest eine Blinddarmentzündung zu ersparen?
01.01.2010 um 00:00:00
Der DisOrganizer ist wieder online
Nachdem das SmUP erst mal das Zeitliche gesegnet hat, geht nun endlich dieser Spinoff wieder online...
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24.07.2009 um 12:59:20
Wacht beständig !!
Ich muss schon zugeben, dass ich schon ein klitzekleinwenig den Drang verspüre, mich in diesen "Kongress Jehovas Zeugen" zu schleichen und dann in der Mitte ein Plakat hochzuhalten mit der Aufschrift: "Der Gott des Alten Testaments ist die unangenehmste Gestalt der gesamten Dichtung: eifersüchtig und auch noch stolz darauf; ein kleinlicher, ungerechter, nachtragender Kontroll-Freak; ein rachsüchtiger, blutrünstiger ethnischer Säuberer; ein frauenfeindlicher, homophober, rassistischer, kinds- und völkermörderischer, ekliger, größenwahnsinniger, sadomasochistischer, launisch-boshafter Tyrann. (Dawkins)"
Irritierenderweise weist diese meine Fantasie durchaus gewisse Parallelen auf zu jenen Leute, die im Grunde das gleiche tun, bloss dass sie statt des Plakates eine Bombe mitnehmen.
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24.07.2009 um 10:05:53
Wacht beständig !
Wieso kann er, dessen Namen ich nicht nennen darf, es nicht einfach akzeptieren, dass ich nicht an ihn glaube, und stellt ausgerechnet mir vier Kirchen und eine offene Rennbahn direkt vors Bürofenster?
Direkt neben der offenen Rennbahn steht übrigens das Hallenstadion, wo letzte Woche Metallica spielten und heute der "Kongress Jehovas Zeugen" stattfindet.
Sonst stürze ich mich stets auf die Zeugen Jehovas wie Obelix auf die Römer. Attackiere sie mit ausgewählten Bibelzitaten, konfrontiere sie mit haarsträubenden Schlussfolgerungen und ergötze mich an deren Bedauern um meine verlorene Seele. (Okay einmal hätten sie mich fast gehabt, doch nur deshalb, weil sie zu zweit waren und High Heels und wirklich verdammt kurz Röcke trügen.)
Doch als ich mich heute durch Tausende und Abertausende von ihnen drängen musste um zur Arbeit zu kommen, spürte ich das erste Mal wirklich Furcht vor ihnen. Sie waren natürlich tadellos liebenswürdig und sicherlich haben nicht alle von ihnen einen Dachschaden und selbst wenn, dann wären das ohne Zweifel die liebenswürdigsten Dachschäden, die man sich vorstellen kann. Nichtsdestotrotz ist eine solche Ansammlung an manipulierter Verblendung fast schon körperlich spürbar und wirklich beängstigend.
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17.06.2009 um 06:53:14
Prinzipien
Seit Montag sitze ich meine Arbeitszeit im 13. Stock des rechten Sunrise Towers ab. Das Fenster des mir zugeteilten Pultes eröffnet mir die Sicht auf die Offene Rennbahn und vier Kirchen. Vier! Mir! Einem bekennend militanten Atheisten! Und ich darf noch nicht mal das Fenster öffnen um sie mit Lochern und Heftklammerheftern zu bewerfen.
Wie kann es mein Arbeitgeber wagen mir meine in den Menschenrechten und der Schweizer Verfassung garantierten Freiheiten zu verwehren? Ich verlange meine Religionsfreiheit! Ich verlange befreit zu werden von jeglichem religiösen Tand! Zumindest in meinem Blickfeld.
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28.05.2009 um 14:07:22
Die Achse des Bösen
Eine äussere Bedrohung lenkt wunderbar von inneren Unzulänglichkeiten ab und sowohl Wähler als auch Wirtschaft pflegen mit grösster Begeisterung darauf rein zu fallen. Daran wäre an sich nichts auszusetzen, wenn man diesem Taschenspielertrick nur das richtige Format geben würde. Ich lege daher jedem vom Pech verfolgten Staatschef folgenden Rat ans Herz: "Sei kein Dinosaurier! Vergiss den Terror und wende deinen gerechten Zorn den Meteoriten zu! Damit würde mal zur Abwechslung das Gekeife der anderen Länder einem begeisterten Anspornen weichen doch noch viel, viel grössere Waffen zu bauen!"
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11.02.2009 um 23:21:19
Moralisches GPS
Das Zürcher Opernhaus inszenierte am letzten Samstag eine Sexorgie auf der Bühne, angeblich als integralen Bestandteil des Stücks "The Rake’s Progress". In Wien wurde es im November für Jugendliche unter 18 verboten, hier besteht jedoch keine Altersfreigabe. Politiker sind entrüstet, während der Intendant Alexander Pereira eloquent festhält, dass es Alterslimiten brauche, um Kinder und Jugendliche vor Pornographie zu schützen, nicht jedoch vor der Kunst.
Mich beeindruckt, wie sicher er sich der Seite ist, auf welcher er sich befindet.
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08.02.2009 um 17:34:45
Profi- und Laienverbrecher
Im seinem Buch "Denken hilft zwar, nützt aber nichts" schreibt Dan Ariely, dass im Jahr 2004 sich in den USA der finanzielle Schaden durch Raub, Einbruch und Diebstahl auf etwa 16 Milliarden Dollar belief. Die Schäden aus Diebstahl und Betrug am Arbeitsplatz werden dagegen auf rund 600 Milliarden Dollar geschätzt. Hinzu kommen ungefähr 350 Milliarden Dollar an entgangenen Steuern sowie etwa 24 Milliarden Dollar in der Versicherungsbranche, die durch überhöhte Schadensmeldungen erschwindelt wurden. Ariely führt noch ein paar weitere Posten auf, ich will es jedoch damit mal gut sein lassen.
Unter dem Strich heisst das also, dass den 16 Milliarden Dollar, die von Berufsverbrechern erbeutet wurden, mehr als eine Billion Dollar, die von "Laienverbrechern" erschwindelt wurden, (und rund 12 Milliarden, die pro Monat des Jahres 2008 für den Irakkrieg aus dem Fenster geworfen werden) gegenüberstehen.
Zugegeben, das Verhältnis zwischen den Profi- und Laienverbrechern wird wohl wesentlich kleiner sein als 1 zu 50, doch das heisst nicht notgedrungen, dass der Schadensfall pro Ereignis auf der Seite der Laien entsprechend kleiner wäre. Statt mich hier in Spekulationen auszulassen, beschränke ich mich lieber auf ein paar Fragen:
- Wie ist die Höhe des Schadens über die verschiedenen Einkommensstufen verteilt?
- Wie ist die Verteilung des Schadenshöhe innerhalb der gleichen Einkommensstufe?
- Wie sieht das Verhältnis zwischen Profi- und Laienbeuten in anderen Ländern aus?
- In welche Richtung verschiebt es sich, wenn ein Land ärmer ist, und in welche, wenn es reicher ist?
- Und in welche wenn es ärmer, resp. reicher wird?
- Wie sieht das Verhältnis zwischen den Geldern aus, die man in die Verbrechensbekämpfung dieser beiden Sorten investiert?
- Wenn man die die Verbrechensbekämpfung der einen Art mehr investiert, wie wirkt sich das auf die jeweils andere aus?
Okay, eine Spekulation kann ich mir aber doch nicht verkneifen: Wenn wir die Schadensmeldungen korrekt ausfüllen würden, könnten wir eigentlich komplett auf die Verbrechensbekämpfung verzichten, denn wir hätten alle unsere Verluste mehr als wieder wett gemacht. Und der allfällige, darauf folgende Anstieg der Diebstähle könnte man dann mit dem korrekten Ausfüllen der Steuererklärung locker kompensieren.
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01.02.2009 um 16:04:43
One Million Dollar Challenge
James Randi hat schon vor Jahren ein Preisgeld von 1 Million Dollar für den Nachweis paranormaler Fähigkeiten ausgeschrieben – und auf diesem sitzt er noch immer.
Es ist natürlich weitherum bekannt, dass Leute mit paranormalen Fähigkeiten eine höhere Bewusstseinsebene erreicht haben und sie der schnöde Mammon inzwischen kaum mehr aus ihren Höhlen lockt – und auch der Ruhm ist da eher lästig, weil man dann nur die Bude vollgerannt bekommt. Daher werden – kaum überraschend – Leute, die das Rampenlicht suchen, in der Szene eher mit Skepsis betrachtet, weil deren Motive dann zwielichtiger sind und Scharlatanerie nicht mehr kategorisch ausgeschlossen werden kann, wie bei jenen, die daran nichts verdienen, eben weil sie daran nichts verdienen, weil ja ein Phänomen, an dem niemand etwas verdient, selbstredend kein Trick sein kann.
Doch bin ich mir nicht sicher, ob ein wissenschaftlicher Nachweis der Sache als Ganzes wirklich Schaden würde? Ich meine, der „Fähige“ kann sein Kunststück ja mit einem Papiersack über den Kopf gestülpt vorführen und das Preisgeld einer Hilfsorganisation zukommen lassen. Das Geld hätte ihn nicht korrumpiert, seine Kundenliste bliebe überschaubar und die Wissenschaft wäre in ihren Grundfesten erschüttert. Also eine reine Win-Win-Situation.
Oder schmälert es die paranormalen Fähigkeiten in irgendeiner Art und Weise, wenn zu viele Leute an sie glauben? Oder besteht die Gefahr, dass durch den Nachweis der Fähigkeit diese womöglich gänzlich verschwindet? Oder steht vielleicht zu befürchten, dass die Wissenschaft sich dann auflösen und Aspirin nicht mehr wirken würde? Oder besteht das Risiko, dass irgendwelche Ganoven auf den Zug aufspringen würden und so leichtgläubige Menschen zu Schaden kommen könnten?
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27.01.2009 um 10:54:52
Traditionelle Chinesische Medizin
Die Traditionelle Chinesische Medizin ist doch eine tolle Sache, schliesslich ist sie viele tausend Jahre alt, während deren sie sich stetig entwickeln und verfeinern konnte. Was mir jedoch nicht einleuchtet, ist, weshalb sich die Leute hier nicht mit dem gleichen Enthusiasmus wie zum Beispiel auf die Akupunktur auch auf Tigerhoden, Fledermausflügel, Nashornhörner, Schneeleopardenlebern, Schildkrötenaugen, etc. stürzen? Die schauen ja auf eine genau gleich lange Erfolgsgeschichte innerhalb der Traditionellen Chinesischen Medizin zurück - und längst nicht ausschliesslich zur Förderung der männlichen Potenz - und darüber hinaus stellen sie einen essenziellen Bestandteil der ganzheitlichen Medizin dar.
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12.09.2008 um 00:53:42
Ein offenes Buch
Wenn ich mit jemandem sehr vertraut bin, so kann ich doch auch sagen, er sei für mich ein offenes Buch. Nun sind manche Menschen etwas einfacher gestrickt und andere tragen schickere Klamotten. Müsste ich dann nicht viel eher sagen, er sei für mich ein offenes Comic-Heft? Oder eine offene Modezeitschrift?
Diskoflyer- und Autoprospektmenschen werde ich in der Regel kaum so gut kennen lernen, dass sie sich vor mir öffnen würden. Und Unterwäschekatalogfrauen wohl leider auch nicht.
Es wäre natürlich töricht anzunehmen, dass jemand, der für mich ein offenes Kunstbuch ist, demzufolge ein Künstler oder ein Kunstwerk sein müsste, oder einer, der eine offene Felsenmalerei ist, ein Neandertaler. Es geht bei dieser Metapher nicht so sehr um den Inhalt des Mediums als viel mehr um dessen innere Struktur.
Ein Freund, der für mich ein offenes Kochbuch ist, braucht, wie gesagt, weder ein Koch, ein Gourmet oder fett zu sein, sondern vielmehr lässt sich sein Leben am besten mit Metaphern aus der Welt des Kochens beschreiben: Alles, was er macht, tut er nach einem klaren Rezept. Doch er kocht auch nur mit Wasser. Er lässt nichts anbrennen und verbrennt sich doch immer wieder die Finger. Er lässt seine Feinde schmoren, haut sie in die Pfanne und versalzt ihnen die Suppe.
Wenn mir also die Metaphorik eines Malennachzahlenbüchleins, eines Münztelefons oder einer DVD kategorisch fremd ist, so werde ich wohl auch nie die Tiefen von diesen Seelen ergründen können. Und wer keine Piratenschatzkarte zu lesen weiss, wird im Gegenzug mich nie verstehen. Oder war es eine Postkarte aus Entenhausen?
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10.09.2008 um 14:00:30
Fillionen fon Franken
Ich will hiermit keine weitere Web 2.0 Blase zum Platzen bringen, daher empfehle ich diese Frage eher rhetorisch zu verstehen, doch hat jemand von euch schon jemals auf eine Bannerwerbung geklickt? Oder kennt ihr jemanden, dem ihr das zutraut?
Plattformen wie Facebook (möge ihr Pimmel verschrumpeln und abfallen) sind milliardenschwer. Offenbar weil sich da Abermillionen von Leuten drin tummeln und Angaben über sich hinterlassen, die geradezu danach schreien kommerziell missbraucht zu werden. Doch ich lasse mir nichtsdestotrotz die Brüste nicht übers Internet vergrössern und auch das neue Buch von Jamie Oliver kann mir gestohlen bleiben. Ich werde mir keine Nikon kaufen und den neuen Swiffer hab ich schon. Ich kaufe durchaus dieses oder jenes auch mal übers Internet, jedoch in der Regel nur über Anbieter, denen ich halbwegs vertrauen zu können glaube. Werbung klicke ich jedoch nie an.
Nun gut, wenn Florian Flückiger sich nun für etliche Fillionen Franken Facebook unter den Nagel reisst (möge sein Pimmel verschrumpeln und abfallen), dann weiss er von mir, dass ich auf Science Fiction, Fotografie, Atheismus und eine ungerade Anzahl Brüste stehe. Er weiss womöglich auch, dass ich mir auf Youtube 17 Mal Schnappi angesehen habe und bei den Songs von Jennifer Lopez mit den Hintern mitwackle. Doch woran will er an mir verdienen? Nun gut, ich werde ihm gern monatlich 30 Rappen dafür zahlen, dass er meinem Arbeitgeber, den er ja auch kennt, nicht verrät, dass ich nackige Bilder von mir ins Web stelle, was der andererseits schon längst weiss, und weitere 70 Rappen, dass er ihm stattdessen zuspielt, dass ich auch in meiner Freizeit arbeitsbezogene Internetseiten konzentriert studiere. Aber darauf lässt sich doch kein Imperium aufbauen.
Das wäre ja genau so, also ob man Wohnungen an der Autobahn ganz besonders teuer vermieten möchte. Okay, es besteht schon die Chance, dass mal einer von der Fahrbahn abkommt und in mein Wohnzimmer kracht und die Versicherung mir dann einen brandneuen Fernseher zahlt, sich jedoch auf diese Weise die Wohnung möblieren zu lassen, ist schon etwas verrückt.
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18.08.2008 um 16:01:55
Der Trendsetter hats im Blut
Da war dieser hippe Kerl mit der einen Krücke am Bahnhof in Adliswil. Ob die Krücke aber ein therapeutisches Instrument war oder einfach ein trendiges Accessoire, kann ich beim besten Willen nicht sagen, denn aus dem Rhythmus, mit dem er diese als Gehhilfe benutzte, liessen sich unmöglich Rückschlüsse auf eine Verletzung ziehen. Nun gut, ich bin kein Arzt, daher will ich nicht ausschliessen, dass es körperliche Havarien gibt, die es nötig machen zweimal das eine, dann einmal das andere Bein zu entlasten und zwischendurch mit verschnörkelten Griffwechseln auch den rechten Arme, doch drängte sich mir nichtsdestotrotz ein ganz anderer Verdacht auf: Könnte es nicht sein, dass ein trendsetzendes Modebewusstsein vielleicht am Ende gar nichts anderes ist als die Unfähigkeit den Rhythmus zu halten kombiniert mit einem ausgeprägten Charisma?
Das würde nämlich einerseits erklären, wieso beispielsweise eine gewisse Szene auch im Sommer Zipfelmützen zu tragen begonnen hat, und andererseits, weshalb sich gewisse Trends wie diese abscheulichen Leggins in unregelmässigen Abständen zu wiederholen scheinen.
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